Luis Varandas

Haben Sie schon Ihre Barbara-Zweige?

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Eine Empfehlung von Andrea Schwarz
Barbara-Zweige, das ist leider etwas, was ein bisschen in Vergessenheit geraten ist - mein Blumenhändler war jedenfalls vor einigen Jahren etwas überfordert, als ich am 4. Dezember Barbara-Zweige wollte. Und seitdem melde ich mich eine Woche vorher bei ihm und erinnere ihn daran …

Barbara-Zweige - das sind Zweige von frühblühenden Bäumen oder Sträuchern. Wenn man sie am Barbara-Tag, also dem 4. Dezember, schneidet und in warmes Wasser stellt, dann blühen sie mit großer Wahrscheinlichkeit an Weihnachten. Und das ist durchaus eine Botschaft. die etwas mit Weihnachten zu tun hat: Etwas, das absolut tot zu sein scheint, erwacht, erblüht zu neuem Leben, beginnt ganz klein - und zeigt doch die Macht des Lebens gegen allen Tod.
Das ist Weihnachten.

Hilde Domin schreibt in ihrem wohl kürzesten Gedicht: »Es knospt unter den Blättern. Die Menschen nennen das Herbst« Ohne der großen Dichterin zu nahe treten zu wollen, könnte man vielleicht fortsetzen: »Es blüht mitten im Dunkel. Die Menschen nennen das Weihnachten.« In dem, was für uns tot zu sein scheint, ist das Leben verborgen. wartet nur darauf, endlich leben zu können. Und das gilt für Bäume, Sträucher und Zweige genauso wie für uns Menschen.

Manchmal braucht es nur ein wenig Aufmerksamkeit, ein wenig Zuwendung, ein wenig Zeit - ein wenig warmes Wasser und Menschen, die tot zu sein schienen, blühen neu auf.
Aber: Leben und wachsen und blühen kann ich nicht erzwingen. Ich kann die Voraussetzungen dafür schaffen - aber ich kann es nicht machen. Leben ist immer Geschenk.
Und genau so ist es mit Weihnachten. Ich kann die Voraussetzungen dafür schaffen, aber ich kann nicht machen, dass Weihnachten in mir geschieht. Auch Weihnachten, das Blühen mitten in der Kälte, im Dunkel, ist und bleibt Geschenk.
Aber ich muss zumindest bereit sein. mich beschenken zu lassen.


Am 4. Dezember

Gehe in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:

Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.

Doch in drei Wochen, da wird es geschehen:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.

Baum, einen Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir.

Und er wird blühen in leuchtender Pracht.
Mitten im Winter in der Heiligen Nacht.

Josef Guggenmos
Bereitgestellt: 25.11.2019     Besuche: 74 Monat 
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