Luis Varandas

Schöne und erholsame Sommerzeit

IMG_7900<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-dfs.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>98</div><div class='bid' style='display:none;'>2559</div><div class='usr' style='display:none;'>63</div>

wir wünschen schöne und erholsame Sommerferien. Vielleicht haben Sie auch etwas Zeit um sich, wie Herr Wohllieb in der Geschichte von Susanne Niemeyer, auf der Suche nach der Tür zum Paradies zu machen. Wir wünschen allen viel Erfolg dabei.
Vorfreuen
von Susanne Niemeyer

Man müsste das Paradies finden, denkt Herr Wohllieb. Nicht erst nach dem Tod, sondern vor dem Tod. Wozu so lange warten?
Dass das Paradies im Himmel sein soll, fand er schon immer unwahrscheinlich. Warum sollte Gott einen Wohnsitz gewählt haben, der so weit entfernt von allen anderen ist?
Wenn man glaubt, was geschrieben steht, hat er in einem jähen Anfall von Zorn die ersten Menschen vor die Tür gesetzt. Diese Tür müsste man finden. Denn es wäre doch möglich, dass Gott dahinter wartet, dass es ihn reut, seine einzigen Nachbarn rausgeworfen zu haben. Am Anfang war es vielleicht noch schön. Ruhig und ordentlich, niemand, der das Treppenhaus verschmutzt, aber irgendwann kann auch die aufgeräumteste Wohnung nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass man einsam ist. Selbst wenn sie ein Paradies ist.
Dann schafft man sich eine Katze an. Möglich, dass Gott eine Katze hat, denkt Herr Wohllieb, ein Tierliebhaber wird er sein. Immerhin hat er die Tiere vor den Menschen gemacht. Und wenn man eine Kellerassel vor einem pausbackigen Baby macht, dann muss man schon sehr tierlieb sein.
Aber niemand ist auf Dauer wirklich glücklich mit Kellerasseln, da ist sich Herr Wohllieb sicher. Und deshalb beschließt er, die Tür zu suchen und zu läuten, ganz unverbindlich. Nachzufragen, wie es so geht und was die Levkojen machen und ob Gott nicht auf ein Stück Baiserkuchen vorbeikommen möchte, dann würde er auch Sophie kennenlernen. Sophie kann einem nämlich das Leben versüßen, meistens dienstags. Manchmal auch sonntags, das weiß man nie ganz genau. Aber das macht nichts, weil Herr Wohllieb sich auf Sophie freut, und dieses Freuen ist fast genauso gut wie die Treffen selbst.
Vielleicht, denkt Herr Wohllieb, geht es Gott genauso, und er wartet auf das Klingeln. Trotz der Katze und der Kakerlaken.

10 GEDANKEN ÜBER GOTT

1. Man hört eine Menge über ihn.
2. Aber wissen tut man nichts.
3. Manche sagen trotzdem, sie wissen, was Gott will.
4. Möglich, dass ihn das überrascht.
5. Oder sie.
6. Nach seinem Namen gefragt, soll er geantwortet haben:
7. Ich werde sein, der ich sein werde.
8. Er scheint also an die Zukunft zu glauben.
9. Trotz allem (Sündenfall. Kreuzigung. Hexenverfolgung).
10. Nachtragend ist er also nicht.
Bereitgestellt: 12.07.2019     Besuche: 24 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch