Luis Varandas

Katharina von Siena

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Predigtimpuls zum Patrozinium
Luis Varandas,
Schwestern und Brüdern im Herrn
Wir feiern das Fest unserer Kirchenpatronin, der Heiligen Katharina von Siena.
Die Kirchenlehrerin und Mitpatronin Europas hat keine Mühen gescheut und sich mit ihrem ganzen Leben für die Einheit der Kirche eingesetzt. Und dies in einer Zeit, die von moralischen Zerfall und Korruption geprägt war.
Katharina ist im Jahre 1347 in Siena geboren. Noch in jungen Jahren hat sie sich, schon tief im Gebet und in der Spiritualität verankert, dem Dritten Orden der Dominikaner angeschlossen. Dort hat sie sich unermüdlich für den Frieden und die Einheit in der Kirche eingesetzt. Sie reiste bis nach Avignon, den damaligen Papstsitz, um Papst Gregor XI. zu bitten nach Rom zurückzukehren. Ihr grosses Anliegen war die Einheit der Kirche wiederherzustellen. Eine getrennte Kirche sah sie wie der getrennte Leib Christi, das Herz des Erlösers sah sie dadurch zerrissen. So konnte sie die nötigen Reformen anstossen und begleitete selbst den Papst wieder nach Rom.
In einem Bild in der Sala Regia im Palast zu St. Peter in Rom wird Katharina dargestellt, wie sie das Geleit des Papstes nach Rom führt. Auf einer anderen sehr bekannten Darstellung von Katharina ist sie auf der Kanzel zu sehen, wie sie zu Kardinälen, Bischöfe und Priestern sprach. Dies tat sie nicht nur einmal. Wenn sie etwas zu sagen hatte und sich ihrer Sache in Christus sicher war, dann trat sie mutig und sehr bestimmt auf. Sie konnte dabei immer demütig und respektvoll bleiben. Wie könnte sie auch anders handeln bei ihrer inniger Liebe zur Kirche.
Den Papst nannte sie den lieben Christus auf Erden, auch das ein Ausdruck ihrer Verbundenheit zur Kirche und ihrer Ergebenheit.
Katharina von Siena hat erst im erwachsenen Alter lesen und schreiben gelernt. Von ihr sind uns viele Briefe erhalten, einige hat sie diktiert, andere selbst geschrieben. Aus dem Buch «Gespräch von Gottes Vorsehung» lese ich jetzt einen kurzen Text über die Tugenden der Liebe:
Die Vielfalt der Tugenden hinsichtlich der Liebe
Hat die Seele aus der Kraft der Liebe, die sie mit Mir vereint und auch den Nächsten lieben lässt, für sich selber Nutzen gezogen und ihre Liebe auf die ganze Welt ausgedehnt und hat sie ihre eigene Not erwogen, dann bemüht sie sich, ihr Auge auf die Bedürftigkeit des Nächsten im besonderen zu richten entsprechend den verschiedenen Gnaden, die Ich ihr zu verwalten gab: der eine tut es durch mündliche Belehrung, durch klaren, furchtlosen Rat, ein anderer durch sein Lebensvorbild. Und jeder soll das tun: den Nächsten durch ein gutes und heiliges Leben erbauen.
Diese und noch viele andere, gar nicht zu schildernde Tugenden werden bei der Verwirklichung der Nächstenliebe geboren, denn Ich habe sie verschieden verteilt, indem ich nicht sämtliche einem Einzigen verlieh. vielmehr dem einen diese, dem andern jene. Keiner aber kann die eine ohne die übrigen wahrhaft besitzen, da alle Tugenden untereinander verbunden sind. Aber unter allen ist jeweils eine führend, das heißt: dem einen schenke Ich vor allem die Liebe, einem anderen die Gerechtigkeit oder die Demut, diesem lebendigen Glauben, jenem Klugheit, Maß, Geduld und Starkmut und so fort.
So gibt es viele Gaben und Lebensgnaden sowohl geistlicher wie leiblicher Art. Leiblicher Art sage Ich hinsichtlich der zum menschlichen Leben notwendigen Dinge; letztere habe ich so unterschiedlich verteilt und nicht alle gesamthaft gegeben, damit ihr gezwungen seid, euch gegenseitig Liebe zu erweisen. Ich hätte sehr wohl den Menschen samt dem, was er für Leib und Seele braucht, erschaffen können, wollte aber, dass der eine auf den andern angewiesen sei, und alle als Meine Diener die von Mir empfangenen Gnaden und Geschenke verwalten. Der Mensch mag wollen oder nicht, er kann sich - es sei denn gewaltsam - den Werken der Liebe nicht entziehen. Wahr ist es freilich: wenn sie nicht aus Liebe zu Mir getan und verteilt werden, haben sie keinen übernatürlichen Wert. Siehst Du, damit sie die gegenseitige Liebe verwirklichen können, habe Ich die Menschen als Meine Verwalter in verschiedene Stände und Stellungen gesetzt; dies beweist euch, dass es in Meinem Haus viele Wohnungen gibt, dass Ich aber nichts anderes will als Liebe. Denn die Liebe zu Mir umfasst auch die Liebe zum Nächsten, und in ihr wird das Gesetz erfüllt. Was einer seinem Stand entsprechend an guten Werken zu tun vermag. das tut er, insoweit er in diese Liebe hineingebunden bleibt.
Soweit der Text, die Zusage Gottes an die Hl. Katharina über die Tugenden der Liebe. Tugenden, die uns Menschen geschenkt sind, damit sie allen Menschen dienen. Wir Menschen sollen nicht allein durchs Leben gehen, sondern füreinander da sein. Als Glaubensgemeinschaft und als Pfarrei miteinander unterwegs sein. So können Glaube, Hoffnung und Liebe in uns wachsen.
Amen.
Bereitgestellt: 14.05.2019     Besuche: 34 Monat 
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